ChatGPT Ads sind in Deutschland verfügbar – und damit entsteht ein Werbekanal, der nicht nur weiß, wonach jemand sucht, sondern auch, worüber gerade gesprochen wird. Für Marken ist das ziemlich spannend.

Werbung, die mitdenkt? Warum ChatGPT Ads das Online-Marketing verändern
Vom Keyword zum Kontext
Stell dir vor, du suchst nach einer Agentur. Bei Google tippst du vielleicht: „Mediaagentur Hannover“. Ein paar Wörter. Mehr Kontext gibt es zunächst nicht.
Bei ChatGPT kann deine Anfrage dagegen so aussehen: „Wir sind ein mittelständisches Unternehmen aus Hannover und suchen eine Agentur, die unsere Google Ads betreut, Social Media übernimmt und uns bei der Mediaplanung unterstützt.“
Das ist ein gewaltiger Unterschied. Denn ChatGPT kann bei der Auswahl von Anzeigen den Kontext und die Absicht des aktuellen Gesprächs berücksichtigen.
Werbetreibende können zusätzlich sogenannte Context Hints hinterlegen, die beschreiben, bei welchen Themen und Situationen ihr Angebot relevant ist. Aus dem klassischen Keyword wird damit etwas viel Wertvolleres: eine konkrete Situation.
Werbung genau dann, wenn Entscheidungen entstehen
Menschen nutzen ChatGPT längst nicht mehr nur, um sich einen Text schreiben zu lassen. Sie recherchieren, vergleichen Produkte, planen Reisen, suchen Software, lassen sich Möglichkeiten erklären und treffen auf Basis dieser Informationen Entscheidungen. Genau dort setzen ChatGPT Ads an.
Anzeigen können unterhalb einer ChatGPT-Antwort erscheinen und beispielsweise aus Unternehmensname, Logo, Headline, Beschreibung, Bild und einer passenden Landingpage bestehen.
Wichtig dabei: Werbung und Antwort bleiben getrennt. Eine Marke kann also nicht dafür bezahlen, dass ChatGPT sie plötzlich als „beste Lösung“ empfiehlt. Die Anzeigen sind als Werbung gekennzeichnet und beeinflussen laut OpenAI nicht die eigentlichen Antworten von ChatGPT.
Das ist nicht nur eine wichtige Grenze. Es ist auch entscheidend für das Vertrauen in den neuen Werbekanal.
Und was kostet der Spaß?
Ganz ohne Media-Budget funktioniert natürlich auch die KI-Welt nicht. ChatGPT Ads unterstützen derzeit drei unterschiedliche Kampagnenziele:
- CPM für Reichweite und Sichtbarkeit, abgerechnet pro 1.000 Impressionen.
- CPC für Traffic und Interaktion, abgerechnet pro gültigem Klick.
- Und oCPC für Conversion-orientierte Kampagnen, ebenfalls pro Klick abgerechnet, aber auf Nutzer:innen optimiert, die mit höherer Wahrscheinlichkeit eine gewünschte Aktion durchführen.
Für CPC-Kampagnen empfiehlt OpenAI zum Start aktuell ein maximales Gebot von etwa 3 bis 5 US-Dollar pro Klick. Einen pauschalen deutschen „ChatGPT-Preis“ gibt es also genauso wenig wie den einen Preis für Google Ads.
Was eine Kampagne tatsächlich kostet, hängt unter anderem von Gebot, Wettbewerb, Relevanz und Auslieferung ab.
Messen statt raten
Ein neuer Kanal ist schön. Ein neuer Kanal, dessen Wirkung wir messen können, ist schöner. Im ChatGPT Ads Manager lassen sich bereits klassische Media-KPIs wie Impressionen, Klicks, CTR, durchschnittlicher CPC, durchschnittlicher CPM, Ausgaben und Conversions auswerten.
Conversions können unter anderem über den OpenAI Pixel gemessen werden. Auch Tracking-Parameter wie UTMs lassen sich verwenden und in bestehende Analyse-Setups integrieren.
Für uns als Mediaagentur ist genau das entscheidend. Denn am Ende interessiert uns nicht, ob KI-Werbung gerade neu und aufregend ist. Uns interessiert: Erreicht sie die richtigen Menschen? Bringt sie qualifizierten Traffic? Und trägt sie tatsächlich zum Geschäftserfolg bei?
Ist ChatGPT jetzt das neue Google?
Nein. Zumindest noch nicht. Aber darum geht es eigentlich auch gar nicht. Viel spannender ist, dass gerade eine neue Phase der digitalen Customer Journey entsteht.
Google Ads erreicht Menschen über ihre Suchanfrage. Social Ads erreichen Menschen über Interessen, Verhalten und Plattformsignale. ChatGPT Ads treffen dagegen auf Menschen, die ihr Problem, ihre Anforderungen und ihre Wünsche bereits ziemlich genau beschrieben haben.
Das macht den Kanal vor allem für erklärungsbedürftige Produkte und Dienstleistungen interessant: Software, Reisen, Beratung, B2B-Angebote oder Produkte, bei denen eine Entscheidung mehr Erklärung und Abwägung braucht.
Genau dort spielt Conversational Advertising seine Stärke aus: Die Werbung kann in einem Moment auftauchen, in dem bereits ein konkreter Bedarf vorhanden ist.
Und jetzt? Einfach Budget auf ChatGPT werfen?
Bitte nicht. Nur weil ChatGPT Ads verfügbar sind, ist der Kanal noch lange nicht für jede Marke die richtige Lösung. Seit Ende August können Unternehmen mit Sitz in Deutschland ChatGPT Ads über den Self-Service Ads Manager selbst buchen. Der Einstieg ist damit deutlich einfacher geworden.
Trotzdem behandeln wir einen neuen Kanal genauso wie jeden anderen: Ziel definieren. Zielgruppe verstehen. Hypothese aufstellen. Testen. Messen. Lernen. Optimieren.
Technologie ersetzt keine gute Mediaplanung. Sie gibt uns neue Möglichkeiten dafür.
Der DRIVE-Faktor: KI trifft Media
Wir bei DRIVE beschäftigen uns intensiv damit, wie künstliche Intelligenz Kommunikation verändert. Nicht nur bei der Produktion von Content. Nicht nur bei SEO und GEO. Sondern zunehmend auch bei der Frage, wo Marken ihre Zielgruppen überhaupt erreichen.
ChatGPT Ads sind dafür ein ziemlich gutes Beispiel: Aus Search wird Conversation. Aus Keywords wird Kontext. Aus einem neuen KI-Tool wird ein neuer Media-Touchpoint.
Ob daraus ein relevanter Performance-Kanal wird, zeigen die nächsten Monate. Klar ist schon jetzt: KI verändert nicht nur, wie Inhalte entstehen und Informationen gefunden werden. Sie schafft auch neue Orte, an denen Marken und potenzielle Kund:innen aufeinandertreffen.
Und wir schauen lieber jetzt genau hin, als später hinterher.
Bereit für den nächsten Media-Touchpoint?
Du möchtest wissen, ob ChatGPT Ads für Deine Marke, Deine Zielgruppe oder Deine nächste Kampagne sinnvoll sind? Wir prüfen die Möglichkeiten, entwickeln einen passenden Test und schauen vor allem auf das, was am Ende zählt: Wirkung.
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