Wer heute Social-Media-Kanäle öffnet, betritt eine visuelle und textliche Komfortzone. KI-generierte Grafiken, perfekt getaktete Videos und glattpolierte Postings überschwemmen unsere Feeds. Doch als Kreative stellen wir fest: Das meiste davon ist nicht grenzenlos kreativ – es ist der statistische Durchschnitt seines Trainingsmaterials.
Wo Musikbands wie die Beatles, Led Zeppelin, die Stones oder David Bowie in den 60er und 70er Jahren noch radikal nach dem Neuen, dem Ungehörten suchten, um Relevanz zu erlangen, steuert die heutige Content-Produktion in Richtung Standardisierung. Damals war der Marktwert an Einzigartigkeit gekoppelt. Heute belohnen Algorithmen das Einhalten von Rastern. Das führt zu einer paradoxen Situation: KI-Inhalte faszinieren uns technologisch, langweilen uns aber oft kreativ. Warum schauen Menschen trotzdem hin? Die Antwort liegt in den psychologischen Mechanismen unseres Medienkonsums.



